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Modern aus Tradition

1928 eröffnete der Chirurg Dr. Georg Maul (1896-1961), Vater der heutigen Klinikleiterin Beate Neudecker und Großvater des Chirurgen und Orthopäden Dr. Michael Neudecker, das Haus an der Östlichen Ringstraße. Die Liebe zum Beruf kam von seinem Vater, Hofrat Dr. Georg Maul (1858-1923), der Ende des 19. Jahrhunderts eine Praxis am Paradeplatz betrieb und leitender Krankenhausarzt am städtischen Krankenhaus in der Beckerstraße in Ingolstadt war.

Nach dem Tod des Vaters übernahm Dr. Georg Maul die Praxis am Paradeplatz, wo er bereits Betten für kleinere Operationen (z.B. Blinddarm-OP´s) bereithielt. Bald wurden die Räume zu eng: 1925 erwarb man das Grundstück an der Östlichen Ringstraße. In nur drei Jahren Bauzeit entstand eine Klinik mit 35 Betten. Die Klinik wurde dem heiligen Don Bosco geweiht und erhielt damals den Beinamen Don Bosconeum. Die Pflege wurde von den Barmherzigen Schwestern übernommen. Von Anfang an vertreten waren die Fachrichtungen Chirurgie, Geburtshilfe und Gynäkologie.

Im letzten Kriegsjahr, genauer am 21.04.1945, wurde die Klinik bei einem Bombenangriff fast vollständig zerstört. Der Keller, der dem Angriff standhielt, schützte um die 60 Personen, so dass damals wie durch ein Wunder niemand ums Leben kam. Noch im gleichen Jahr begannen die Arbeiten zum Wiederaufbau, Ende 1946 konnte der Betrieb mit 60 Betten wieder aufgenommen werden.

Nach dem Krieg war der spätere Schwiegersohn des Klinikgründers, der Chirurg und Unfallchirurg Dr. Ludwig Neudecker (1920 - 2009), an die Klinik Dr. Maul gekommmen und übernahm 1961 nach dem Tod des Schwiegervaters die ärztliche Leitung. Unter seiner fast 35 Jahre andauernden Leitung bis zu seinem Ruhestand 1995 wurde die Klinik 1970/71 nochmals erweitert und umgebaut. Der erfahrene Allgemein- und Unfallchirurg Dr. (I) Giovanni Longhi, ehemaliger leitender Oberarzt im Krankenhaus München-Bogenhausen, trat 1995 seine Nachfolge an und ist bis heute als ärztlicher Leiter und Belegarzt tätig. Unter der Führung von Dr. Longhi konnte insbesondere das Behandlungsspektrum im Bereich der Unfallchirurgie deutlich ausgeweitet werden.

Einer der beiden Söhne der Familie Neudecker, Dr. Michael Neudecker, ergriff ebenfalls den Beruf des Chirurgen und setzt damit die Familientradition in vierter Generation fort. Dr. Michael Neudecker absolvierte an verschiedenen Kliniken eine umfangreiche Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle Unfallchirurgie und Allgemeinchirurgie, u. a. für mehrere Jahre als unfallchirurgischer/orthopädischer Oberarzt des Klinikums Heilbronn.

 

Seit 01.07.2006 sind Dr. Michael Neudecker und Dr. Giovanni Longhi in der Chirurgisch-orthopädischen Gemeinschaftspraxis Ingolstadt tätig, die sich im Erdgeschoss der Klinik befindet; seit 01.10.2010 werden sie unterstützt durch Dr. Tristan Künzel, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie. Im Oktober 2015 übernahm Dr. Stephan Vögeli den Sitz von Dr. Longhi.

Das bisher umfangreichste Bauprojekt in der Klinikgeschichte war die Generalsanierung des Hauses, die 1991 begonnen wurde. Das ursprüngliche Klinikgebäude wurde dabei schrittweise komplett abgetragen und in mehreren Bauabschnitten vollständig neu aufgebaut. Im September 2000 konnte die erfolgreiche Sanierung mit einer feierlichen Einweihung abgeschlossen werden.

Im bisher letzten Bauabschnitt wurden im August 2014 die chirurgische Notaufnahme, ein zusätzlicher vierter OP, eine hochmoderne neue Sterilisationseinheit und der neu ausgestattete, großzügige Aufwachraum fertiggestellt und direkt in Betrieb genommen. Die Umbaumaßnahmen haben insgesamt 15 Monate gedauert – und das alles bei laufendem Betrieb. Es war ein Kraftakt, vor allem auch für die mehr als 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber es hat sich gelohnt. Denn die räumlichen Kapazitäten sind dank stetig steigender OP- und Patientenzahlen (über 3000 stationäre Operationen, über 11 000 Patienten jährlich in der Notaufnahme) voll ausgeschöpft.

Die Neubaufläche umfasst etwa 700 Quadratmeter, die Gesamtbaukosten betrugen 3,6 Millionen Euro. Die Regierung von Oberbayern fördert einen Teil des Projekts im Rahmen eines Sonderkontingents. Damit sind die baulichen und medizintechnischen Voraussetzungen in der Klinik Dr. Maul bestens.